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Jubiläum in Schleswig-Holstein

Rethwisch feiert 10-jähriges Bestehen

Seit 10 Jahren wird im Kreise Stormarn die Schleswig-Holstein-Meisterschaft ausgetragen. Um das Ereignis zu ehren, reiste der ganze Norden und halb Berlin letztes Wochenende nach Rethwisch, allen voran der deutsche Kindermeister Out of Order (Rethwisch), der deutsche Jugendmeister Victim (Rethwisch), der Deutsche Meister Rigor Mortis (Berlin), der Vorjahressieger Grünanlagen Guerilla (Berlin) und der Sieger des vorvergangenen Jahres, Die Leere Menge (Greifswald).
Neben der angekündigten Turnierform nach “Schweizer System” boten die Turnierausrichter aus Rethwisch noch ein, zwei kleine Überraschungen mehr. Mit den Bird of Prey (Rethwisch) und Out of Order gab es zwei Kindermannschaften dieses Jahr, und wer das Glück hatte gegen sie zu spielen, durfte seine Pompfe gleich wieder einpacken. Denn gegen die Kinderteams waren nur Kinderpompfen erlaubt, während die Kleinen spielen durften, was sie wollten.

Schweizer System

Nach einigen Abmeldungen erreichten am Samstag 14 Teams den Turnierrasen und versuchten ihr Glück im Schweizer System. Gespielt wurden 7 Runden mit einem zusätzlichen Finale. Das hieß also, dass die Finalgegner bereits im Rundensystem aufeinander treffen würden. Recht schnell bildeten sich 4 Teams heraus, die ungeschlagen blieben: Torpedo Bääm (Hamburg), die GaG (Berlin), Rigor Mortis und Victim. Der Vorjahressieger, die GaG, bekam es mit dem Deutschen Meister in den roten Hemden zu tun, während die Hamburger den deutschen Jugendmeister zum Gegner hatten.
Während die Roten in den ersten Steinen davon zogen und Jugg um Jugg souverän für sich entscheiden konnten, kam die GaG zum Ende der 2x 100 Steine auf Touren und konnte die Führung erringen. Kurz vor Schluss führten die grünen Berliner mit 7:6. Bis zum letzten Trommelschlag war es ein heißes Match. Der Jugg – so gut wie im grünen Mal – sprang mit dem letzten Stein wieder heraus und der Sieg ging denkbar knapp an die GaG.
Bei den Jugendmeistern und den Hamburgern entbrannte ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit abwechselnder Führung und spannenden Spielzügen. Kurz vor Ende konnte Torpedo die Führung ausbauen und den Sieg am Ende sicher nach Hause fahren.
Nach den 7 Runden im Schweizer System stellten die beiden führenden Mannschaften die Finalgegner – und das Stadtderby, Grünanlagen Guerilla gegen Rigor Mortis, ging in die nächste Runde.

OVERALL-Wettkämpfe

Neben den klassischen Juggerspielen überraschte das Jubiläumsturnier mit einer OVERALL-Wertung. Die Mannschaften konnten in 4 Kategorien Punkte sammeln: zunächst brachte in den Spielen im Schweizer System ein Sieg 10 Punkte ein, ein Unentschieden 5 Punkte. Dann konnte jedes Team einen Champion bestimmen, der im Eins gegen Eins gegen die Favoriten der anderen Teams maß. Des Weiteren knobelten zwei Teamvertreter im Juggerquiz, mit drei Kategorien “Historie Bad Oldesloe und Rethwisch”, Jugger-Historie und Regelkunde. Und ganz fleißige Punktesammler konnten außerdem noch die Turnierausrichter bestechen.
Unter den Duellanten konnte sich keiner klar hervorheben. Jeder Teilnehmer hatte mindestens 2 Niederlagen, wodurch sich kein Team klar absetzten konnte. Neben zwei Ketten, tummelten sich auch zwei Langpompfer in der Spitzengruppe.
Auch beim Quiz konnte kein klarer Schlaumeister gekürt werden, und die Leistungen der Teams waren insgesamt eher durchwachsen. Am Ende holte Rigor Mortis mit 13,5 von 20 die meisten Bienchen. Blieben also nur noch die Spiele und Bestechungen, um sich den OVERALL-Pokal zu sichern.

Das Finale

Rot gegen Grün. Nach bereits zahlreichen hitzigen Partien in dieser Saison kämpften die Stadtrivalen aus Berlin um den Turniersieg in Rethwisch. Zweimal 150 Steine. 3-2-1-Jugger!
Wie schon im Gruppenspiel, legte der Deutsche Meister sich mächtig ins Zeug und holten Punkt um Punkt, wie eine Maschine. Zwischenzeitlich stand es 6:1 für Rigor. Bis dahin eine klare Sache, aber ein Finale bietet auch immer unerwartete Wendungen. Die Schrecken der Hecken stellten ihre Taktik um, spielten druckvoller auf, holten sich einen Punkt nach dem anderen und schlossen auf 10:6 auf. Nach diesen Erfolgen ging die GaG erst richtig ab und monsterte, was sie konnte. Die Rigor-Maschine wurde bis zum Ausgleich bei 10:10 Punkten in die Enge getrieben.
28 Steine verbleibend. Dann die Führung mit 11:10 für den grünen Schrecken. 15 Steine verbleibend. Die Rigor-Maschine setzte sich zur Wehr und erzielte mit viel Gegendruck den Ausgleich. 11:11. Atemholen für die Entscheidung durch Golden Jugg. Wer schon eine Weile Jugger spielt, kennt vielleicht die Legende, dass die Stadtpiraten bisher keinen Golden Jugg verloren haben – ein schlechtes Omen für den Rekordmeister aus Berlin. Der letzte Spielzug beginnt. Die Roten sprinten in die Mitte und holen sich den Jugg. Die Grünen spielen ihr Spiel, mit dem sie zuvor schon Punkt um Punkt geholt hatten: an der Linie ankommen, kurz warten und dann vollen Druck ausüben. Rigor antizipiert die Taktik des Gegners, reagiert auf dessen Kommando, kontert den Druck und holt sich am Ende den Punkt und den Turniersieg.
Der OVERALL-Pokal
Damit stand zwar der Gewinner der 10. Schleswig-Holstein-Meisterschaft fest. Wer holte sich aber den Preis im OVERALL-Cup? Wer hat die meisten Punkte gesammelt? Wer die meisten Bestechungen versucht? Feierlich wurde die 3Liter-Flasche besten Bad Oldesloer Korns an die Grünanlagen Guerilla überreicht. Mit ihrem Sieg im Schweizer System sammelten sie mehr Punkte (123) als Rigor Mortis (119,5), die deshalb knapp auf dem zweiten Platz gelandet sind.

Die Platzierungen

1. Rigor Mortis
2. Grünanlagen Guerilla
3. Bääm
4. Victim
5. Fischkoppkrieger
6. Last Man Standing
7. Blutgruppe Nord
8. Falco Jugger
9. Sonnenwende
10. Die Leere Menge
11. Keiler
12. Kamikaze Eulen
13. Out of Order
14. Bird of Prey

Bruno

2011 mit Jugger bei Rigor Mortis angefangen und Spiele seitdem Stab. Hin und wieder auch als Aushilfsläufer unterwegs gewesen.

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